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1919 Rezensionen Zeitschriften

Klabund bespricht „Die Pleite“

"Die Pleite", Dada-Zeitschrift von Wieland Herzfelde.
"Die Pleite", Dada-Zeitschrift von Wieland Herzfelde.

„Deutschland ist pleite. Europa wird es bald sein. Der Pleitegeier ist der heraldische Vogel  dieser Epoche. Er schwebt, wie einst Noahs Taube, über der Sintflut der Kriege und Resolutionen, ein Bündel preußische Konsols im Schnabel. Der Malikverlag in Berlin-Halensee hat ihn sich zum Wappentier erkoren für eine satirische Zeit- und Streitschrift: „Die Pleite“ benannt. Seitdem die „Jugend“ vorzeitig gealtert und vergreist ist, die Bulldogge des „Simplizissimus“ sich in ein zahmes Wachtelhündchen verwandelt hat, das nur den Mond noch, nicht mehr diese Erde anzubellen wagt, ist diese in den Preußenfarben schwarz und weiß gedruckte kleine Zeitschrift die einzige, welche mit rabiatem Witz und agressivem Geist die innerpolitische Satire vertritt. Walter Mehring attackiert „immer stieke mit Musike die deutsche Republike“. Er ist ein berlinischer Beranger en miniature. Georg Groß wirft mit ein paar bösen kinderhaften Strichen -die Marloh, Reinhardt, Noske aufs‘ Papier. ‚Sie müssen ihm Modell liegen. Er kniet auf ihnen.‘ Er ist der Daumier von Plötzensee. Wieland Herzfelde gibt die „Pleite“ heraus. Er edierte nebenbei eine Broschüre über seine Schutzhafterlebnisse, die alle ehemaligen Schutzhäftlinge wie ein Stück ihrer eigenen Biographie lesen werden.“

Klabund (i.e. Alfred Henschke) in der „Neuen Bücherschau“, Heft 6, 1919, S. 6.

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1925 Prosa Zeitschriften

Kiepenheuer wirbt in der Weltbühne für das Abenteuerliche Tierhaus

Anzeige in der Weltbühne für Mehring "Neubestelltes Abenteuerliches Tierhaus"
Anzeige in der Weltbühne für Mehring "Neubestelltes Abenteuerliches Tierhaus"

Noch immer gibt es nicht nur Texte, sondern ganze Bücher von Walter Mehring, die nur ein einziges Mal veröffentlicht wurden. Das „Neubestellte Abenteuerliche Tierhaus“ gehört dazu. Am 23. Juni 1925 schaltete der Verlag Gustav Kiepenheuer aus Potsdam diese Anzeige für den Band mit Glossen und Grotesken in der Weltbühne. In die Werkausgabe von Christoph Buchwald schaffte es der Band nicht, obwohl in ihm schon viele Wesen, Motive und Figuren auftauchen, die sowohl in der Prosa als auch in der Lyrik Mehrings später eine große Rolle spielen.

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1968 Biografisches Brief Zeitschriften

Walter Mehring an Arnold Kübler

Walter Mehrings Brief an Arnold Kübler vom 8. Mai 1968
Walter Mehrings Brief an Arnold Kübler vom 8. Mai 1968

Die Zentralbibliothek Zürich hat einige ihrer Bestände online gestellt. Unter anderem diesen Brieg Walter Mehrings Brief an Arnold Kübler vom 8. Mai 1968. Kübler war Chefredakteur der Zeitschrift „Du“. Und Mehring war imemr auf der Suche nach der Möglichkeit veröffentlichen zu können. Zum einen, weil er kaum Geld hatte, zum anderen, weil das Publizieren das Lebenselexier schlechthin für ihn war. Hier geht es zum Original der Bibliothek…

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1934 Brief Lyrik Rezensionen Zeitschriften

Joseph Roth schreibt Mehring einen Brief im Neuen Tage-Buch

Joseph Roth im Jahr 1918. Quelle: wikipedia.de
Joseph Roth im Jahr 1918. Quelle: wikipedia.de

Schon 1934 ist Walter Mehrings Band „Und Euch zum Trotz“ erschienen. In ihm sind Gedichte, die zu den wichtigsten des deutschen Exils gehören, etwa der „Emigranten Choral“. Joseph Roth hat das Buch im Neuen Tage-Buch besprochen. Dazu wählte er die Form eines Briefes an seinen Freund, mit dem er schon in Berlin viele Stunden am Caféhaustisch verbrachte – und bis zu seinem Tod im Pariser Exil noch viele weitere verbringen sollte. Erschienen ist der Text am 17. Juli 1934 in Heft 28 des 2. Jahrgangs:

 

Lieber Walter Mehring,

ich danke Ihnen für Ihr Buch und ich beglückwünsche Sie dazu. Sie hätten es nicht: ,,Euch zum Trotznennen sollen, sondern: „Uns zum Trost“. Denn es ist ein Trost, zu sehen, wie reif und stark Sie geworden sind, seitdem Ihr Vaterland unreif, ohnmächtig, lächerlich und bestialisch erscheint. Ihre neuen Gedichte haben die Kraft, die dem Dichter das unverschuldete Unglück verleiht, die Gnade des ironisierenden Hasses, den weiten klingenden Atem der grossen echten Trauer, in der die Welt lebt, seit Deutschland sich selbst geschändet hat. Das schönste Gedicht in Ihrem Buch: Brief im Exil“ erreicht die schmerzliche Vollkomrnenheit, die sich in manchen Gedichten Heines findet. (Man schämt sich zu Unrecht und aus einer Art snobistischer Furchtsamkeit, lebende Dichter, mit denen man sich im Kaffeehaus trifft, mit grossen Toten zu vergleichen.). Also setzten Sie in würdiger Schönheit die unsterbliche Reihe jener Männer fort die das deutsche Vaterland verlassen müssen und die es nicht vergessen können, die seinen Glanz noch dann verbreiten, wenn es selbst in Finsternis und Nacht versinkt, und den grossartigen Duft der deutschen Sprache durch die Welt strömen lassen, in den trostlosen Jahren, in denen es in Deutschland stinkt. Klage, Anklage, Heimweh, Liebe, Trostlosigkeit, Musik: Sie haben alle Elemente des Dichters und der Dichtkunst in Ihrem Buch. Befreit von der Notwendigkeit, jenes armselige deutsche ,.Kabarett“ mit „Chansons“ zu versorgen, das Kabarett, das niemals in Deutschland den Mut hatte, scharf und kritisch zu sein, die Feigheit der „Revolution“ und die Bestialität der „Reaktion“ anzukündigen, sind Sie, lieber Mehring, heimgekehrt in Ihre wirkliche Heimat: in die Einsamkeit, die dem Dichter ziemt – und in das Exil, das jedem anständigen Deutschen ziemt, der nicht im Konzentrationslager gefangen ist. In Ihrem Gedicht „Mirakel
des heiligen Bürokratius“ haben Sie ein grossartiges Wort geschaffen, um das ich  Sie beneide:

„Die Wache gab ihm einen Stoss –
Da stand der Mann im Staatenlos“

Das Land „Staatenlos“ : dort sind. wir zu Hause. Dort und in der deutschen Sprache, unserer einzigen Heimat, seitdem sie heimatlos in Deutschland geworden ist, von arischen Mauschlern geschändet, von „jüdischen“ Dichtern allein noch verteidigt, von toll gewordenen 60 Millionen gelallt, von Brandbuben als Zunder missbraucht.

Ihr selbst, der Sprache, meine ich, verhelfen Sie in der Welt zu ihrem alten Klang und Glanz. Ich weiss nicht, wie lange diese törichte europäische und amerikanische Welt noch das wahnsinnige Heulen zu begreifen sich bemühen wird, das innerhalb der Grenzen Deutschlands tobt und stürmt. Aber ich wünsche, dass jener Teil der Welt, der noch die alte deutsche Sprache kennt, Ihre Gedichte mit der Genugtuung liest, die sie mir bereiten.

Ihr ganz ergebener

Joseph Roth

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1937 Biografisches Zeitschriften

Gründungsanzeige des Bundes Freie Presse und Literatur 1937

Gründungsanzeige des Bundes Freie Presse und Literatur 1937
Gründungsanzeige des Bundes Freie Presse und Literatur 1937

Am 24. Juli 1937 wurde im Neuen Tagebuch (5. Jg, Heft 30) die Grünung des Bundes Freie Presse und Literatur vermeldet. Am 7. Juli fand die Gründungsversammlung statt. Walter Mehring war eines der Gründungsmitglieder der Organisation, die sich dezidiert gegen jede Art von Bevormundung verwahrte. Deshalnb wurde die Vereinigung von der kommunistischen Exilpresse massiv angegriffen.

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1973 Brief Zeitschriften

Mehring ist mit der Zürcher Weltwoche unzufrieden

Brief Walter Mehring vom 31. Mail 1973 an François Bondy (1915–2003).
Brief Walter Mehring vom 31. Mail 1973 an François Bondy (1915–2003).

In seinem letzten Lebensjahrzehnt lebte Mehring vor allem in Zürich. Am 31. Mail 1973 schreibt er einen Brief an François Bondy (1915–2003). In ihm beklagt er sich, dass die Weltwoche ihn kaum noch berücksichtigt. Den Brief hat die Zentralblbliothek Zürich online gestellt. Hier ist der Link zum Original.

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2011 Linksammlung Zeitschriften

Fritz J. Raddatz würdigt Walter Mehring

In der Weihnachtsausgabe des „Freitag“ vom 22. Dezember 2011 hat Michael Angele den Kritiker Fritz J. Raddatz interviewt. „Tucho über Alles“ heißt der Text, in dem die Bedeutung des Journalisten, Schriftstellers, Kritikers, Romanciers und politisch Denkenden herausgearbeitet wird. Raddatz erwähnt in ihm auch zweimal Walter Mehring.:

Michael Angele: Wo sehen Sie seine größte Stärke als Kritiker?
Fritz J. Raddatz: Er war ein Mann des absoluten Gehörs. Er hörte Schnoddrigkeiten oder Kleinkariertes in Sprache und Schrift sofort heraus. So schreibt er über Brecht eigentlich ganz positiv, sagt dann aber zu dem im Übrigen wunderschönen Gedicht Erinnerung an die Marie A., dass in der Zeile „Sie war sehr weiß und ungeheuer oben“ dieses „ungeheuer oben“ nicht stimmt, dass das ein Geschmäckle hat, wie wir heute sagen würden; dass es im Ungefähren zernebelt. Übrigens fand er die Schnoddrigkeit, mit der Brecht anstandslos fremde Texte übernahm, zumindest fragwürdig. „Das Stück ist von Brecht – aber von wem ist nun das Stück?“, schreibt er einmal. Andererseits hat er jemanden wie Walter Mehring bewundert, obwohl der auch ein Konkurrent war als Chanson- Autor. Er war von Mehring hingerissen, weil er merkte, dass die Sprachmelodie einfach stimmt.

[…]

Es gab natürlich auch andere, die über die Feme-Morde geschrieben haben, Emil Julius Gumbel oder Joseph Roth. Man gewinnt aber den Eindruck, dass diese Frühwarnsysteme relativ vereinzelt waren. Täuscht dieser Eindruck?
Nein. Es gab einen Karl Kraus – zwar in Österreich, aber doch in der Wirkung nach Deutschland hinein. Es gab den Chansondichter Walter Mehring, es gab einige, aber das waren eben Vereinzelte. Vergessen wir Heinrich Mann nicht. Und auch die Weltbühne, obwohl mit einer winzigen Auflage, in den besten Zeiten 15.000 Stück, war ein seismografisches Instrument, vor allem dank Tucholsky. Gar nicht so selten hatte er fünf Artikel in einer Nummer, man kann sich kaum noch vorstellen, wie man das schafft. Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten im Freitag für jede Nummer fünf Artikel schreiben. Wenn man ihn Frühwarnsystem nennen darf, dann war er das empfindlichste.

Hier noch einmal der Link zum vollständigen Interview

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1935 Zeitschriften

„In die Bresche springen!“ – Über den Fall Furtwängler im Pariser Tagblatt

"Walter Mehring: "In die Bresche springen!" - Faksimile aus dem "Pariser Tagblatt", Nummer 365 / 2. Jahrgang
"Walter Mehring: "In die Bresche springen!" - Faksimile aus dem "Pariser Tagblatt", Nummer 365 / 2. Jahrgang

Das Pariser Tagblatt wurde von der Deutschen Nationalbibliothek digitalisiert. Die gesamte Zeitungsseite, auf der die Texte stehen, sind dort zu finden…

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1924 Zeitschriften

Eine Anzeige mit einem Brief an Mehring

Zeitungsausschnitt mit einer Anzeige für Walter Mehrings "In Menschenhaut - aus Menschenhaut . um Menschenhaut herum
Zeitungsausschnitt mit einer Anzeige für Walter Mehrings "In Menschenhaut - aus Menschenhaut . um Menschenhaut herum
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1935 Lyrik Zeitschriften

Neue Tierfabeln aus dem Pariser Tagblatt

Neue Tierfabeln von Walter Mehring - Faksimile aus dem "Pariser Tagblatt", Nummer 502 / 3. Jahrgang
Neue Tierfabeln von Walter Mehring - Faksimile aus dem "Pariser Tagblatt", Nummer 502 / 3. Jahrgang

Das Pariser Tagblatt wurde von der Deutschen Nationalbibliothek digitalisiert. Die gesamte Zeitungsseite, auf der die Texte stehen, sind dort zu finden…