Wolfgang Gurlitt stellt Bilder von Walter und Marie-Paule Mehring aus

Ausstellungs-Informationsblatt von 1961

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Ausstellungs-Informationsblatt von 1961

Der erstaunliche und mysteriöse Kunstfund von München macht in diesen Tagen Schlagzeilen. Bei Cornelius Gurlitt fanden Ermittler eine erstaunliche Fülle von Bildern, die von den Nazis als „entartete Kunst“ diffamiert worden waren. Cornelius Gurlitt entstammt einer Kunsthändlerfamilie, mit der auch Walter Mehring zu tun hatte. Wolfgang Gurlitt kannte Mehring schon in jungen Jahren, als sie sich beide in Berlin für all das interessierten, was die Nazis dann ab 1933 verboten. Er war der Cousin von Hildebrand Gurlitt, dem Vater von Cornelius Gurlitt.

Wolfgang Gurlitt erbte die Galerie seines Vaters Fritz in Berlin. Trotz mehrfacher Konkurse oder fast abgewendeter Konkurse behauptete er sich als Kunsthändler. Während des Dritten Reiches blieb er in Deutschland und versuchte einen großen Dieal mit dem Kunstmuseum in Basel zu organisieren. Nach dem Krieg wurde er sehr schnell Österreicher und baute das Kunstmusiem in Linz auf, dessen Leiter er wurde, bis er 1960 seinen Stuhl räumen musste, weil er private und dienstliche Aspekte zu sehr vermengte. Ein privates Engagement war seine eigene Galerie in München, in der er 1961 Bilder von Walter Mehring und dessen Frau Marie-Paule ausstellte.

Mehring war bis 1933 selbst Kunstsammler. Doch nach einer Hausdurchsuchung durch die SA 1933 sind seine Bilder von George Grosz, Feininger, Campendonk, Klee und vielen anderen verschollen. Die Nazis verkauften viel beschlagnahmte Kunst ins Ausland, um Devisen zu beschaffen. Das übernahmen dann Kunsthändler wie Hildebrand und Wolfgang Gurlitt.

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