Trude Hesterberg singt „Die kleine Stadt“

Michaela Gaczynska singt „Wie lange noch?“

Martina Mühlpointner singt „Wie lange noch?“

Martina Mühlpointner: Vocals
Oresta Cybriwsky: Piano

Aleksandra Liashenko tanzt „Wie lange noch?“

Aleksandra Liashenko tanzt das Lied „Wie lange noch?“ von Walter Mehring und Kurt Weill. Krzysztof Pastor zeichnet für die Choreographie verantwortlich. Beide arbeiten am Polnischen National Ballett in Warschau.

Mehring steuerte Lieder zum Film „Ein Mädel von der Reeperbahn“ bei

Das belgische Plakat für "Ein Mädel von der Reeperbahn"
Das belgische Plakat für "Ein Mädel von der Reeperbahn" (Quelle: DIF)

1930 ist der Film „Ein Mädel von der Reeperbahn“ von Karl Anton als deutsch-tscheslowakische Koproduktion erschienen. Walter Mehring hat dazu Lider beigesteuert. Auf dem Filmportal wird der Inhalt beschrieben:

„Der Leuchtturmwärter Uwe Bull lebt mit seiner Frau Hanne und dem stummen Gehilfen Jens in einer abgeschiedenen, kleinen Welt. Erotisches Knistern kommt in diese Welt, als eines Tages als einzige Überlebende eines Schiffsunglücks Margot angespült wird, ein flottes Mädel von der Reeperbahn. Uwe verfällt dem kecken Mädel bald mit Leib und Seele, und nach einem Streit zwischen Margot und Hanne will er seine Frau verlassen und eilt Margot hinterher. Aber dunkle Wolken ziehen am Himmel auf, und da Uwe sich nicht um den Leuchtturm kümmert, gerät ein Schiff in Gefahr. Hanne will hinauf zum Scheinwerfer, stürzt aber vom Geländer und bleibt an einem Balken hängen, der langsam nachgibt. Da erkennt Uwe die Gefahr, eilt zurück, rettet seine Frau und bleibt von nun an bei ihr.“

Unter anderem ist in dem Film „Der Seemannschoral“ zu hören:

Wir haben die ganze Welt gesehn
— Die Welt war überall rund! –
Um alle paar Monat vor Anker zu gehn
Bei einem Mädchenmund!
Wir sahn eine Mutter in schneeigem Haar
— Die verkuppelte uns ihr Jöhr
Wir fraßen pfundweis den Kaviar
Direkt an der Quelle vom Stör!

Wir sahen Seeanemonen und Qualln,
Die schmückten Gebein und Gewand
Eines Matrosen, der war gefalln
Für irgendein Vaterland.
— Die Welt ist rund und klein!
Was kann sie dem Seemann noch sein?
In Hamburg an der Elbe
Gleich hinter dem Ozean
Ein Mädchen von Sankt Pauli
Von Sankt Pauli und von der Reeperbahn
Ein Mädchen, das bei Tag und bei Nacht
Bei jedem Kuß an uns nur gedacht
Ein Mädchen von Sankt Pauli
und von der Reeperbahn

Wir haben die ganze Welt bereist:
– La Plata – le Languedoc!
Wir haben mit Kannibalen gespeist
– Und überall gab’s einen Grog!
Uns folgte der Möwen Hungergekreisch
Wie die Huren der Waterkant
– Am Meeresbusen zum drallen Fleisch,
Da gingen wir an Land!
Wir haben den »Holger Danske« gesehn
– Und einen Völkerstamm
Zu Tausenden zugrunde gehn —
Die andern standen stramm!
Die Welt hat Leid und Freud!
Was haben wir Seemannsleut?
In Hamburg an der Elbe
Gleich hinter dem Ozean
Ein Mädchen von Sankt Pauli und
von der Reeperbahn

Wir haben die ganze Welt beglotzt:
Paris und den Vogel Roch!
– Wir haben die Seele uns ausgekotzt
Bei Australien Da liegt sie noch!
Wir sahen unsern Kapitän
Verfaulen im Lazarett!
Wir sahn eine Grotte mit lauter Feen
– Und ein frisch bezogenes Bett!
Wir sahen den toten Menelik
Hoch zu Krokodil!
Wir sahen überall den Krieg
– Und Wilhelm im Exil!
Die Welt ist zum Bespein!
Was kann noch Ekleres sein?
In Hamburg an der Elbe
Gleich hinter dem Ozean
Ein Mädchen von Sankt Pauli
Nahm sich einen Spießer zum Mann…
Was kann für uns da noch sein?
Ein Mädchen, das bei Tag und bei Nacht
Bei jedem Kusse an uns nur gedacht
Unser Mädchen von Sankt Pauli
Unser Mädchen von der Reeperbahn…

Brasilianischer Tribut an Friedrich Hollaender mit Mehrings „Dressur“

Ben Becker spricht die „Ode an Berlin“

Manuel Göttsching hat Walter Mehrings Ode an Berlin vertont. Ben Becker spricht den Text dazu.

Rita-Lucia Schneider singt: Wie lange noch?


In der Werkausgabe von Christoph Buchwald ist der Text dieses Liedes („Wie lange noch“) nicht zu finden. Dafür aber auf dieser CD und auf einer von Teresa Stratas („The unknown Weill“) In der gleichnamigen Liedersammlung wurde es auch veröffentlicht. Rita-Lucia Schneider (Mezzosporan) singt das Lied, das 1943 oder 1944 entstanden ist, hier zu einfacher Klavierbegleitung.

Achtung Gleisdreieck – K.O. Jan feat Ernie, Walter Mehring

1921 ist der Text für dieses Stück entstanden. „Das Ketzerbrevier“ heißt das Buch Walter Mehrings, in dem es zu finden ist. An diese Form der musikalischen Umsetzung hat er gewiss nicht gedacht. Aber es ist fazinierend, dass das mit seinen Texten so gut geht.