Wilde Bühne 1923 – Walter Mehring bei Trude Hesterberg

1923 bei Trude Hesterberg

Rolf Herschel zeichnet Walter Mehring für die Leipziger Pfeffermühle

Zeichnung von Rolf Herschel für ein Programmheft der Leipziger Pfeffermühle

Zeichnung von Rolf Herschel für ein Programmheft der Leipziger Pfeffermühle
Rolf Herschel hat das Programmheft zum 2. Programm der Leipziger Pfeffermühle gestaltet. „Heute geschlossene Gesellschaft“ war ein Nummerprogramm mit Texten aus den 1920er-Jahren. Darunter „Der Angeklagte hat das letzte Wort“ und „Zum blauen Affen“ von Walter Mehring.

Walter Mehring bei den Heidelberger Festspielen 1929

Fotografie aus dem Festspielbuch der Heidelberger Festspiele 1929
Fotografie aus dem Festspielbuch der Heidelberger Festspiele 1929
Fotografie aus dem Festspielbuch der Heidelberger Festspiele 1929

Das „Festspielbuch“ der Heidelberger Festspiele 1929 enthält dieses Foto von Walter Mehring. Im Mittelteil des kleinen Büchleins, nach den einführenden Texten und vor den umfangreichen Anzeigen, sind „Bilder der Spielstätten / Bildnisse der Leiter / Darsteller / Mitarbeiter“. Hier findet sich dieses Porträt. Aber sonst ist weder im Festspielbuch noch im „Spielzettel“ zu den drei Inszenierungen von „Sommernachtstraum“, „Troilus und Cressida“ und „Florian Geyer“ ein Hinweis auf Walter Mehring.

In der Weltbühne vom 13. August 1929 findet sich aber ein Hinweis: „Walter Mehring hat für die Heidelberger Festspiele Shakespeares ‚Troilus und Cressida‘ bearbeitet. Doch dieser Prolog ist gestrichen worden…“

Auf gewacht! Auf gewacht! 
                       Seit sieben Jahren 
ZerrcßBen unsre Nacht die Blutfanfaren! 
Wenn es den Herren paßt — droht uns Verderben, 
Bis sie den Sieg von unsern Knochen erben. 
Seit sieben Jahren pariern wir ihnen stumm! 
Und warum? Und warum? 
        Nur weil ein Weib gehurt 
        Von adliger Geburt, 
        Hat uns das Vaterland hierher verfrachtet — 
        Für Sold am fremden Strand 
        Verdreckt man ungenannt, 
        Weil eine Fürstlichkeit nach Kriegsruhm trachtet. 

Tretet an! Tretet an! 
                        Seit sieben Jahren 
Vermehrn sich Mann für Mann die Totenscharen! 
Seit sieben Jahren füllen wir die Reihen 
Mit frischem Leben, das wir von uns speien. 
Seit sieben Jahren schinden wir uns krumm! 
Und warum? Und warum? 
        Weil es Soldaten gibt, 
        Die bei den Fraun beliebt, 
        Wenn sie sich morden, einer Frau zu Ehren! 
        Wenn einer von uns rallt, 
        Dann kommt der nachste Held — 
        Weil Frauen stets nach neuem Trost begehren! 

Abmarschiert! Abmarschiert! 
                         Zu wieviel Jahren 
Hat sich der Tod verschworn, uns aufzusparen? 
Seit sieben Jahren ziehn wir, die Stadt berennen, 
Von deren Fraun und Freuden wir nichts kennen! 
Wenn wir einziehen, wird sie untergehn! 
Und für wen? Und für wen? 
       Denn eine Helena 
       Ist für die Herren da — 
       Und was von ihren Taten zu vermelden, 
       Erzählt der Schlachtbericht — 
       Wir aber zahlen nicht! 
       Auf unsern Grabern betten sich die Helden!
(Prolog zu Troilus und Cressida)

Fast wirkt es so, als hätten sich die Verantwortlichen der Festspiele über ihren Mut, neben dem etablierten Gerhart Hauptmann auch Walter Mehring in den Kreis der Bearbeiter, Regisseure und Schauspieler mit aufgenommen zu haben, so sehr erschreckt, dass sie auch noch vergessen haben, sein Bild aus der FEstschrift zu entfernen. Wenn schon der Name nicht auftaucht.

Porträt-Radierung von Renate Sendler-Peters

Radierung von Renate Sendler Peters

…Der beste Jahrgang deutscher Reben
ließ vor der Ernte so sein Leben…
Walter Mehring 1896 – 1981

Diese Verse aus dem Refrain des zehnten Briefes aus der Mitternacht hat die Künstlerin Renate Sendler-Peters 1982 unter ihr Porträt Walter Mehrings gesetzt. Auch wenn diese Worte gut 40 Jahre nach ihrem Entstehen auf den überlebenden Mehring nicht ganz passen, sind sie doch so wie das ganze Gedicht bewegend. Die Radierung ist in einer kleinen Auflage gedruckt worden. Sendler-Peters hat sehr viele Schriftsteller-Porträts gestaltet, etwa für den Insel-Verlag.

Mehr Porträts von Walter Mehring…

France 2 stellt George Grosz‘ Porträt Walter Mehrings vor

Der französische Fernsehsender France 2 widmet sich in einer Serie kurzer Filme der Kunst. Jedesmal wird in eineinhalb bis zwei Minuten ein Bild vorgestellt – und eine Geschichte zum Bild erzählt, die darüber hinaus geht. In dieser Ausgabe wird das Porträt Walter Mehrings von George Grosz aus dem Jahr 1925 vorgestellt.

Porträts von Walter Mehring

Friedrich Dürrenmatt malt Walter Mehring

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Friedrich Dürrenmatt, Porträt Walter Mehring, Gouache, 1960, © Centre Dürrenmatt Neuchâtel / Schweizerische Eidgenossenschaft

Neujahr 1956 besucht Walter Mehring in Neuchatel Friedrich Dürrenmatt. In den 50er-Jahren wächst eine Freundschaft zwischen den beiden Autoren. Das hier abgebildete Proträt ist an diesem Tag entstanden. Es ist das erste selbstgemalte Porträt des Schweizers. Es hing immer in dessen Arbeitszimmer – und hängt noch heute dort, im Centre Dürrenmatt Neuchâtel, das die Veröffentlichung hier im Blog dankenswerter Weise genehmigt hat. Dürrenmatt hat über Mehring und das Porträt folgendes geschrieben: „Zu meinen Portraits: Sie sind schnell entstanden, außer den beiden ersten. Ich bin froh, daß mir von Walter Mehring wenigstens in der Malerei ein Portrait gelang, schriftstellerisch ist es mir bis jetzt nicht gelungen. Dieser sprachgewaltige Lyriker hat in vielen seiner späteren Gedichte nicht sich, sondern uns überlebt. “ (Quelle: Friedrich Dürrenmatt: Persönliche Anmerkungen zu meinen Bildern und Zeichnungen (1978) Friedrich Dürrenmatt Werkausgabe, Bd. 32: Literatur und Kunst, Copyright ©1998 Diogenes Verlag AG Zürich; zu lesen auf der Webseite des Centre Dürrenmatt Neuchatel).

Fritz Eschen fotografiert Mehring 1953

1953 hat der Berliner Fotograf Fritz Eschen eine ganze Serie von Proträts Walter Mehrings aufgenommen. Die Bilder liegen in der Deutschen Fotothek.

Mehring mitten in einem Blumenstrauß aus Dichtern

Karikaturen von Schriftstellern in der Liuterarischen Welt
Karikaturen von Schriftstellern in der Literarischen Welt

Heilig Abend 1926 überreichte die Literarische Welt einen Blumenstrauß aus Dichter-Zeichnungen an die Leser. In der zweiten Reihe von oben ist Walter Mehring ziemlich in der Mitte zu sehen.

George Grosz malt Walter Mehring

Walter Mehring gemalt von George Grosz (1925)
Walter Mehring gemalt von George Grosz (1925)

1925 hat George Grosz seinen Freund Walter Mehring gemalt. Schon fast ein Jahrzehnt kennen wie sich zu diesem Zeitpunkt. Vor allem als Dadaisten hat sich eine Freundschaft entwickelt, die auch im Exil halten wird.

Wikipaitings.org hat das Bild online gestellt. 90 mal 80 cm ist das Bild groß.