Der Blogger Jay macht eine erstaunliche Entdeckung bei Mehring

Pünktlich zum Geburtstag von Walter Mehring hat der Blogger Jay eine persönlicher Erinnerung an einen Text von ihm aufgeschrieben. Sie ist nicht nur interessant, sie ist verblüffend:

Am 29. April 1896 wurde Walter Mehring in Berlin geboren. Er ist schon einmal in diesem Blog vorgekommen, weil ich am 3. Oktober 2011 ➱hier seine Ode an Berlin zitiert habe. Er hat wunderbare Chansons geschrieben, was auch der immer kritische Kurt Tucholsky zugestehen musste. Das erste, was ich von Mehring gelesen habe, war Die verlorene Bibliothek: Autobiographie einer Kultur, ein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Wenn man bedenkt, dass es 1952 bei Rowohlt erschienen war – warum wusste ich bis 1972, als die Paperbackausgabe erschien, nichts von diesem Buch? Warum stand dieses Buch nicht auf der Leseliste der Schulen? Immerhin sendete Radio Bremen 1955 ein Interview mit dem Autor, das hätte ja mal ein Lehrer in Bremen hören können. Aber vielleicht wollte man diese Dinge, die mit dem Verlust unserer Kultur zu tun hatten, damals nicht hören.

Als ich die Verlorene Bibliothek las, wusste ich nicht, dass ich einen Text von Walter Mehring auswendig kannte, ein Chanson aus dem Jahre 1920. Ich kannte ihn nur als das Unteroffizierslied. Ich hatte es auswendig gelernt, als ich Fahnenjunker wurde und eins dieser seltsamen Aufnahmerituale bestehen musste. Zu dem auch das Austrinken eines großen Bierglases gehörte. Darin war nicht nur der durch das Reinheitsgebot geschützte Hopfensaft, das Bier war verfeinert durch einen Schuss Motoröl vom französischen Hotchkiss Getriebe unserer HS-30 Panzer. Und verschiedene andere Ingredienzien, die besser unerwähnt bleiben. Am Ende der Zeremonie wurde mit Inbrunst das Unteroffizierslied gesungen:

Hier steht nun der Text und noch mehr von Jay auf seinem Blog Silvae… 

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