Hertha Pauli beschreibt Mehrings Flucht aus Wien

Als Wien noch die Weltstadt war, in der das Haus Habsburg und der Walzerkönig regierten, spielte auch das Wiener Kaffeehaus eine ganz andere Rolle. Hier traf sich die große Welt, hier wurden Ideen geboren, Entscheidungen gefällt und Hoffnungen begraben. Im Kaffeehaus spiegelte sich wie auf einem kleinen Welttheater der Wandel der Zeiten. Die Figuren an …

Herbert Lackner schildert Mehrings Flucht aus Frankreich

Die Fluchthilfe des American Rescue Committee rettete Walter Mehring das Leben. Varian Fry engagierte sich als Fluchthelfer. Dabei scheute er sich nicht, auch illegale Methoden zu wählen, wenn nur das Leben von Künstlern, Wissenschaftlern, Politikern gerettet werden konnte. Die Vertreibung der deutschen, der österreichischen, der tschechischen, französischen, belgischen, polnischen usw. Intelligenz aus Europa ist das Thema des …

Fritz J. Raddatz schildert Mehrings Warten auf die Flucht in Marseille

„Kaum waren einige gerettet, drängten sich andere. In den Straßen Marseilles sah man immer mehr der unheimlichen Gestalten in langen grauen Mänteln und hohen schwarzen Stiefeln. Nur flüsternd gab der eine dem anderen die Kunde von dem unbekannten Amerikaner und seinem anonymen Komitee. Manchmal trafen die ersehnten Visen ein – für Tote. Für Ernst Weiß, …

Mehring liest einen Brief aus der Mitternacht

Der X. Brief aus der Mitternacht ist wohl der beeindruckendste des Gedichtzyklusses. Im Exil an seine Freundin Hertha Pauli geschrieben fassen die zwölf Gedichte die Stimmungslage und die Erlebnisse der Jahre 1940 und 1941 von der Flucht aus Paris bis zum Januar 1941 in Marseille zusammen. Von der Abreise nach Martinique und der Weiterreise in …

Anthony Heilbut ist über „Die verlorene Bibliothek“ erstaunt

Anthony Heilbut, der Sohn emigrierter deutscher Eltern, hat 1983 eine große Monografie über die Emigration in die USA vorgelegt. In ihr bespricht er auch „Die verlorene Bibliothek“. Zwar stimmen nicht alle Fakten. So war Richard Huelsenbeck Herausgeber des Dada-Almanach von 1920. Er ist also nicht Walter Mehrings Buch, auch wenn Mehring Texte beisteuerte. Dennoch ist …

Nachmittag und Abend des 11. März 1938 in Wien

Die letzten 24 Stunden in Wien waren für Walter Mehring sehr turbulent. Und wieder einmal sehr außergewöhnlich. Konnte er sich nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 durch seine Selbstverleugnung zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Paris absetzen, so war er am 11. März 1938 in dirketer Nähe zu einem der wichtigsten Männer …

Mehrings letzter Besuch des Café Herrenhof in Wien

Es ist genau 75 Jahre her, dass der Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich Adolf Hitlers erfolgte. Für Walter Mehring und viele andere Exilanten war dies etwas mehr als fünf Jahre nach der Machtübernahme durch Nationalsozialisten ein neuer Schock. Sie mussten an dem 12. März erneut die Verhaftung befürchten – genauso wie die Sozialdemokraten, Kommunisten, Demokraten …

Walter Mehring als literarische Figur bei Eveline Hasler

Als literarische Figur ist Walter Mehring bislang nicht verarbeitet worden. Natürlich gibt es eine große Reihe von autobiografischen Berichten und Romanen, in denen sich Autoren wie Hertha Pauli, Herrmann Kesten oder Friedrich Dürrenmatt an Begegnungen oder den Freund Walter Mehring erinnern, aber eine Literarisierung seines Lebens durch Dritte fand bislang nicht statt. Eveline Hasler hat …

Walter Mehrings Bibliothek im Wiener Hotel Fürstenhof

Vom Westbahnhof sind es nur einige Meter bis zum Hotel Fürstenhof. Es liegt am Neubaugürtel 4. Als Walter Mehring im September 1934 aus Paris kommend mit dem Zug in die österreichische Hauptstadt einfuhr, hat er als erste Unterkunft eine naheliegende Adresse gewählt. Aber offenbar hat es ihm in dem von Inhaber Julo Formanek in einem …

Tom Reiss schildert Mehrings Flucht und Exil

In seiner Biografie „Der Orientatlist – Auf den Spuren von Essad Bey“ schildert der Amerikaner Tom Reiss, wie sich der „Anschluss“ Österreichs auf den in Wien lebenden Walter Mehring auswirkte. Reiss beschreibte zudem, wie Mehring mit Hertha Pauli, der damaligen Agentin Essad Beys, nach Frankreich und weiter in die USA floh: „In seinem Buch Die …