Herrmann-Josef Fohsel beschreibt den Beginn von DADA

Der Künstlercafés Berlins sind vielfach beschrieben worden. H.J. Fohsel veröffentlichte 1996 einen schönen Band über das Café des Westens und das Romanische Café. In ihm schildert er auch, wie DADA in Berlin in die Welt kam:

Am 12. April 1918 startete die »Neue Sezession« in der Galerie Macht mit einer Soirée die erste von zwölf öffentlichen Veranstaltungen des Berliner »Club Dada«: »Der Gipfel der Auflehnung wurde erreicht, als Else Hadwiger die Kriegsgedichte von Marinetti vortrug, die Huelsenbeck mit einer Holzknarre und auf einer Kindertrompete zur Illustration begleitete. Ein Soldat in feldgrauer Uniform wälzte sich in epileptischen Krämpfen am Boden, und das Publikum tobte. Mein Text Das neue Material in der Malerei löste eine solche Bewegung aus, daß die Saalleitung, die für die ausgestellten Bilder an den Wänden fürchtete, mir mitten im Satz das elektrische Licht ausdrehte und ich in der Finsternis zum Schweigen verurteilt War. Ein herrlicher Abend und ein DADAistischer Erfolg«, erinnert sich Raoul Hausmann in »Am Anfang war Dada«.

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Reiner Hiby vertont Mehrings „Arierzoo“

Der Sänger und Komponist Reiner Hiby hat „Arierzoo“ von Walter Mehring vertont. Zusammen mit Dago DeLevie hat er das Lied eingesungen. An der Klarinette begleitet sie Claudio Puntin.

Hilmar Klute erinnert an Walter Mehring in seinem Roman „Was dann nachher so fliegt“

Ein Zivildienstleistender versucht Dichter zu werden. Das ist der Stoff des Romans „Was dann nachher so schön fliegt“ von Hilmar Klute. Die Geschichte spielt in den 1980er-Jahren in Westdeutschland Volker Winterberg versucht sich buchstäblich einen Reim auf das Leben, das Alter, die Welt zu machen. Dabei steht ihm manchmal seine Bildung im Weg, manchmal eröffnet sie aber auch die Phantasie. Als er zu Beginn seiner Dienstzeit die Männer im Altenheim vorgestellt bekommt, beginnt die Phantasie zu fliegen…

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Monique Boussart untersucht das Thema Krieg in Walter Mehrings Lyrik

Die zwei Weltkriege in Walter Mehrings Lyrik – Vom avantgardistischen Cabaret zur Elegie von Monique Boussart

Der Name des lange verkannten Satirikers Walter Mehring (1896-1981) ist heute noch vor allem mit der Kabarettszene der zwanziger Jahre verbunden1. « Der Bänkelsänger von Berlin », « der schnoddrige Spötter », wie er häufig genannt wurde, bleibt auf die Evokation des hektischen Großstadttempos, auf die Verhöhnung der Weimarer Republik und des Bourgeois festgelegt. Damit werden die düstereren Aspekte und die stilistische Vielfalt seiner Dichtung völlig übersehen.

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Willy Haas erinnert sich ans Theater von Erwin Piscator

Sein eigenes Theater war einige Jahre hindurch ein Berliner Ereignis allerersten Ranges: unvergeßlich – aber auf eine seltsam kühle Art unvergeßlich. Die Desillusionsbühne – ein kompliziertes Eisengerüst mit Vorsprüngen, Vorhängen, aus gesparten Räumen, Rampen, Gängen, Wendeltreppen – hatte er wohl von den frühen Theatermeistern des russischen „Proletkults“, Meyerhold, Tairoff und anderen übernommen. Was er damit anfing, war manchmal großartig. Ich erinnere mich an „Rasputin“ von Alexeij K. Tolstoj, an ein Drama von Leo Lanja, an Walter Mehrings „Kaufmann von Berlin“, vor allem an Tollers „Hoppla – wir leben! “, die penetrante Satire auf die Politiker der Weimarer Republik. Piscator spielte im Grunde auf einem Jahrmarktsgerüst, wie es Goethe vom echten Theaterleiter verlangt hatte. Aber er setzte mit seiner Riesenmaschinerie das Firmament, Sonne, Mond und Sterne, Erde und zuletzt den Höllenschlund in Bewegung, er arbeitete
mit mehreren Drehscheiben, mit versenkbarer Bühne, Wandelgürtel, Film, Scheinwerfern, Geräuschmusik . . . er ging auf die Nerven los, er hatte ein großartiges, unbesiegliches Bühnentemperament. In einer Vorstellung wie etwa „Rasputin“ begann er gleichsam mit der Schöpfung der Welt und des Klassenkampfes, dann kam Karl Marx, der Zar, Rasputin, Lenin, die Diktatur des Proletariats, die klassenlose Welt. . . es war eine abgekürzte Schulfibel der marxistischen Weltgeschichte. Aber es war ungemein interessant. Es war trotz allem dramatisch, theatralisch, zuweilen ganz hinreißend.

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Trude Hesterberg: Die „Wilde Bühne“ formiert sich

Trude Hesterberg

Trude Hesterberg„Wie es zu den geteilten Meinungen über das Eröffnungsprogramm unseres literarischen Kabaretts kam, will ich jetzt noch zu erklären versuchen. Nach meinem Wiener Gastspiel im Kabarett von Direktor Farkas fuhr ich nach Paris. Dort traf ich Dichters- und Malersleute, die mir das »richtige Paris« zeigten, das Paris der Midinetten, Chansonetten und Clochards und den Montmartre mit seinem berühmten Quartier Latin. Mein Freund, der Maler Kohlhoff, der Paris so gut einfing, kannte sich hier, an der »Wiege des Cabarets«, aus, und so zogen wir von einem Keller zum anderen. Es war vor allem das »Lapin agile«, das mich immer wieder anzog. Alle, die dort auftraten, richteten eine Front auf gegen das Spießertum. „Trude Hesterberg: Die „Wilde Bühne“ formiert sich“ weiterlesen

Walter Mehring bekennt sich zum Buch „Timoshenko“

Im Roten Antiquariat in Berlin ist derzeit eine Ausgabe des Buches „Timoshenko – The Story of the Russian Marshal“ erhältlich. Das Buch ist 1942 bei Albert Unger in New York erschienen. Als Autor ist Walter Mehring angegeben.

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George Grosz und John Heartfield machen für Mehring Puppen

Am 8. Dezember 1919 wurde das dritte „Schall undRauch“-Kabarett eröffnet. Es war im Keller des Berliner GroßenSchauspielhauses untergebracht. Oben lief die „Orestie“ von Aischylosund unten die Parodie darauf. So hatte es der Intendant des Theaters undRegisseur der „Orestie“, Max Reinhardt, selbst bei Walter Mehringbestellt. Der damals 23jährige lieferte ein echtes DADA-Produkt ab – inZusammenarbeit mit George Grosz und John Heartfield. Mehring schrieb dasPuppenspiel „Einfach klassisch! Eine Orestie mit glücklichemAusgang“, Grosz entwarf das Bühnenbild und die Marionetten und Heartfieldschuf die Puppen.

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Walter Mehring führt Bert Brecht bei Trude Hesterberg ein

Trude Hesterberg: Was ich noch sagen wollteEines Abends, nach der Vorstellung, rief mich Walter Mehring in den leeren Zuschauerraum. Er stellte mit einen jungen Mann vor. Es war ein stiller, blasser Mensch, mit tiefliegenden dunklen Augen, vonspringendem spitzern Nasengiebel und einem sanften Mund. Dünn und schmal waren auch die
Hände, die aus der zu kurzen Jacke hervorschauten. Alles an ihm sah ärmlich und mager aus, und wenn ihn nicht Mehring persönlich angebracht hätte, ich hätte ihn Wohl kaum beachtet. »Herr Brecht spielt und singt zur Laute und möchte gern bei dir auftreten«, äußerte Mehring schlicht.  »Ja?« fragte ich. Der junge Mann blieb weiter still, nur seine runden schwarzen Augen musterten mich abschätzend. »Wie wär’s also, wenn Sie mal an einem Donnerstag . . .«
››Nein«, unterbrach mich Mehring, »das geht nicht, wir werden zu dir in die Wohnung kommen.« – ››Na schön«, antwortete ich, »dann kommt mal an einem Sonntagvormittag, da habe ich mehr Zeit!« „Walter Mehring führt Bert Brecht bei Trude Hesterberg ein“ weiterlesen

Anika Mauer singt Mehrings „Die Kälte“

Anika Maurer und Dietmar Loeffler interpretieren als „Zuckerbrot“ „Die Kälte“ von Walter Mehring (Text) und Werner Richard Heymann (Musik). Das Stück ist Bestandteil ihres Chanson-Programms „Opium für alle“, das sie ab 2001 aufführten.